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Immer selbst ein Bein gestellt

Geschrieben von Felix Kamprath. Veröffentlicht in Home

12.10.2012 - WIESBADEN Von Sebastian Poser OHR AM WURFKREIS Dem TV Igstadt ist trotz der drei Auftaktniederlagen in der Bezirksliga A nicht bange Der bloße Anblick der Tabelle schmerzt. Auch wenn die Handballer des TV Igstadt wissen, dass ihr komplett leeres Punktekonto nur eine Momentaufnahme ist, sich der eine oder andere Sieg in dieser Bezirksliga-A-Saison noch einstellen wird.

Trotz des völlig verkorksten Saisoneinstiegs mit drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen. Garantiert. „0:6-Punkte“, sagt Trainer Michael Lieser, „sind natürlich nicht schön. Auf der anderen Seite wissen wir auch, woran es bisher gelegen hat. Und es war ja auch nicht so, dass wir in den ersten drei Spielen gegen starke Gegner komplett chancenlos waren.“ Ganz im Gegenteil. Kein Sieg seit Januar Denn letztlich waren es immer nur Kleinigkeiten, mit denen sich der Bezirks-Oberliga-Absteiger in allen Partien praktisch selbst ein Bein stellte. Konditionelle Probleme beim 21:22 gegen die Oberliga-Reserve des TuS Holzheim, Undiszipliniertheiten beim 30:33 im Gastspiel bei der HSG Sindlingen/Zeilsheim, unglückliche Zeitstrafen bei der 34:35-Niederlage gegen die TSG Eddersheim II - in den Schlussphasen aller drei Partien kamen die Igstadter ins Straucheln. Der erste Sieg seit Ende Januar gegen den späteren Mitabsteiger HSG VfR/Eintracht Wiesbaden II - gleich dreifach vergeben, verschenkt, verspielt. „In erster Linie“, sagt Liesers Trainer-Kompagnon Udo Seifert, „haben wir derzeit ein mentales Problem.“ Die Folge: allgemeine Verunsicherung. Durch die erfolglose Vorsaison mit einhergehendem Abstieg, durch die im Sommer ewig andauernde Trainersuche nach dem Abgang von Markus Wachsmuth, die in dem Duo Lieser/Seifert als Interimslösung, die eigentlich nur bis Ende Oktober geplant war, mündete. Und: Mit Jan Noll (VfR/Eintracht Wiesbaden II), Daniel Sternberger (TSG Eddersheim II), Erik Dahlhäuser (TV Erbenheim) und dem Langzeitverletzten Felix Komorowski verließen gleich vier Leistungsträger das Team vom Wasserturm. Vier Stützen, die letztlich vor allem durch Werfer aus der zweiten Mannschaft - ehemals in der D-Liga beheimatet - ersetzt werden mussten. „Die Spieler aus der zweiten Mannschaft machen ihre Sache gut, sie haben das Potenzial, uns zu helfen“, sagt Lieser, „allerdings fehlt natürlich noch die Eingespieltheit. Und wir müssen einfach einen besseren Fluss in unser Spiel bringen und uns vor allem in der Abwehr verbessern. Im Schnitt 30 Gegentore sind einfach zu viel. In der Offensive stimmt die Harmonie dagegen, gerade im Rückraum. Aber letztlich fehlen dann doch die personellen Alternativen.“ Wenn es nicht läuft, die Auswechselspieler frischen Wind in die Partie bringen könnten. Umso schwerer, wenn das nötige Selbstvertrauen fehlt. „Deshalb“, sagt Lieser, „wäre ein Erfolgserlebnis unglaublich wichtig. Mit einem Sieg sieht die Sache gleich ganz anders aus.“ Und auch Udo Seifert sagt, dass „wir einfach wieder einmal das Gefühl eines Sieges brauchen.“ Heimspiel gegen Bierstadt Nächste Chance zum Premierenerfolg in dieser Spielzeit: im Heimspiel am Sonntag (16 Uhr, Berufsschulzentrum) gegen den zuletzt dreimal in Serie unbesiegten TV Bierstadt. Die nächste schwere Aufgabe gegen den nächsten starken Gegner. Und die Hoffnung, dass die Pleiten-, Pech- und Pannenserie endlich ein Ende findet, sich das Punktekonto füllt. Damit der Anblick wieder erträglicher wird.